Andreas Meyer und Ullrich Scheideler: Autorschaft als historische Konstruktion (Paperback)

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Autorschaft als historische Konstruktion. Arnold Schönberg: Vorgänger, Zeitgenossen, Nachfolger und Interpreten
351p., 2001, deutsch, Paperback, 23 x 15,2 x 2,2 cm

Wenige Komponisten haben ihr Schaffen so beständig (und mitunter geradezu obsessiv) in eine historische Perspektive gestellt wie Arnold Schönberg. Die Vorstellung, an eine durch »große Meister« gestiftete Tradition anzuschließen, verbindet sich mit der Überzeugung von der Folgerichtigkeit geschichtlicher Entwicklung zu einer doppelpoligen, nicht widerspruchsfreien Bestimmung. Denn einerseits wird Schönberg nicht müde, Fragen des »Stils« - gegenüber dem zeitlos gültigen, schöpferischen »Gedanken« - für nachrangig zu erklären, andererseits steht die Auseinandersetzung mit bestimmten Vorgängern unter entschieden historischen Prämissen. Von der mehrfach verschobenen Position im Parteienstreit zwischen Wagner und Brahms über die Auseinandersetzung mit Mahler bis hin zur bevorzugten »klassischen« Ahnengalerie in späteren Jahren (»Meine Lehrer waren vor allem Bach und Mozart«) hat Schönberg die Frage nach dem eigenen historischen Ort nicht allein theoretisch und zum Zwecke äußerer Legitimation, sondern auch und vor allem in den komponierten Werken thematisiert. Umgekehrt hat der Name Schönbergs seinerseits wie kaum ein anderer historiografische Entwürfe und kompositorische Positionsbestimmungen provoziert, vom offensiv vorgetragenen Nachfolgeanspruch (»Schonberg est mort«) bis hin zur versteckten Hommage.

Der vorliegende Band mit Beiträgen in- und ausländischer Musikforscher erscheint zur 50. Wiederkehr von Schönbergs Todestag. Er nutzt die historische Distanz zur Neubestimmung maßgeblicher Voraussetzungen der Schönbergschen Poetik wie auch der Schönberg-Rezeption, die heute an Selbstverständlichkeit verloren haben.